Kinder für die Familienforschung begeistern mit Timo Kracke

Ahnenforschung? Ein Kinderspiel! Timo Kracke weiß, wie man die ganze Familie dafür begeistern kann

Familienforschung ist ein Hobby für die ganze Familie. Anders als beispielsweise in den USA, wo etwa das Erstellen von Stammbäumen längst zum Lehrplan gehört, ist es in Deutschland noch unüblich, Kinder in die Ahnenforschung miteinzubeziehen. Doch was könnte spannender sein als die Erlebnisse der eigenen Vorfahren? Wie man die Kinder spielerisch an das Thema heranführt, weiß der Hobby-Genealoge, Blogger (www.familienforscher.info) und Familienvater Timo Kracke. Er ist Experte für Kinder-Ahnenforschung und kennt die beste Herangehensweise, wie man bereits die Kleinsten im Kindergarten, aber auch ihre älteren Geschwister begeistern kann.

Alexandra Rudhart von Ancestry hat im folgenden Interview mit Timo einige seiner Tipps und Tricks erfahren.

Ich falle gleich mal mit der Tür ins Haus, Timo: Was sind deine Top-Tipps für Eltern, um Kinder für das Thema Familienforschung zu begeistern?

Eigentlich ist das gar nicht so schwer, denn meiner Erfahrung nach werden die Ohren von Kindern automatisch ganz groß, wenn es um Geschichten von Oma und Opa oder den eigenen Eltern geht. Mein erster Tipp ist daher, im Kopf zu kramen und nach passenden Geschichten zu suchen, die für Kinder gut greifbar sind, wie etwa Anekdoten aus der eigenen Kinderzeit. Das ist ein guter Anfang, um ein Grundinteresse zu wecken.

Grundsätzlich ist bei Kindern immer „lebendige Ahnenforschung“ gefragt: Also keine Suche in Archiven, sondern die aktive Beschäftigung mit etwas Visuellem oder Konkretem wie Gegenständen, Orten oder auch Lieblingsgerichten, die in der Vergangenheit wichtig waren.

Weiterhin sollten wir die Kinder immer dort abholen, wo sie ohnehin gerne sind. Man kann zum Beispiel die sozialen Medien nutzen und gemeinsam mit den Kindern bei YouTube Filme über die Wohnorte von früher ansehen. Es ist dann nur noch ein kleiner Schritt, dass die Kinder selbst kreativ werden wollen. Zum Beispiel mit einem eigenen kleinen Film über ihre Familiengeschichte – mit Eltern, Oma und Opa als Gaststars.

Natürlich ist jedes Kind anders, und es gibt daher auch kein Patentrezept. Ich empfehle deshalb, Ahnenforschung immer dort mit einzubauen, wo gerade die Interessen des Kindes liegen. Und dabei stets einen spielerischen Ansatz zu verfolgen. Schließlich soll Ahnenforschung ja Spaß machen, und Kinder lieben „Action“.

An welche Spiele denkst du da konkret?

Das ist natürlich ganz unterschiedlich und hängt stark vom Alter und den Interessen des Kindes ab. Auf meiner Seite www.familienforscher.info gibt es eine ganze Reihe von Anregungen.

Beliebt und schon für die ganz Kleinen geeignet ist zum Beispiel das altbekannte Rollenspiel „Vater, Mutter, Kind“. Auch Memory-Spiele mit Abbildungen der eigenen Verwandten sind wegen ihrer Bildhaftigkeit super. Kinder können sich so direkt mit ihren Vorfahren identifizieren, und ein solches Kartenspiel lässt sich gut mit der ganzen Familie gemeinsam basteln.

Kindern im Grundschulalter macht es Spaß, ihren Stammbaum zu zeichnen oder nachzubauen. Auch das Verkleiden mit Fundstücken aus Oma und Opas Kleiderschrank bereitet vielen Freude. An jedem Stück hängt natürlich mindestens eine Geschichte, die dann auch erzählt werden muss. Sicher wissen die Großeltern noch, was sie selbst gerne als Kinder gespielt haben und können das an ihre Enkel weitergeben.

Ältere Kinder probieren sich heutzutage lieber am Computer aus. Sie könnten etwa aus alten Fotos digitale Bildcollagen machen, für jeden Vorfahr einen Zeitstrahl mit dessen Lebensereignissen erstellen, oder generell die Eltern oder Großeltern unterstützen beim Umgang mit der Software zur Erstellung von Online-Stammbäumen, wie sie etwa die App von Ancestry ermöglicht. Selbst beliebte Computerspiele können helfen, das Interesse an der Vergangenheit wach zu halten.

Gibt’s auch Dinge, die man bei Ahnenforschung mit Kindern eher bleiben lassen sollte? Welche Fehler können Eltern hier machen?

Der größte Fehler ist wahrscheinlich eine zu große Erwartungshaltung. Familienforschung ist ein Hobby, ein individueller Zeitvertreib, der neben Schule, Freunden und Sport auch schnell wieder eine Nebenrolle spielen kann und darf. Wird das Thema aber immer mal kurz angesprochen, kommt das Interesse bei den Kindern von ganz alleine wieder zurück.

Druck ist also fehl am Platz, Wettbewerb dagegen erwünscht. So könnte man zum Beispiel auch versuchen, den Freundeskreis der Kinder für Familienforschung zu begeistern. Etwa mit einem kleinen Wettbewerb nach dem Motto „Wer weiß mehr über seine Großeltern?“.

Hand aufs Herz, konntest du deine eigenen Kinder für Ahnenforschung begeistern?

Ich denke schon, auch wenn mein Sohn und meine Tochter wohl nicht ganz so intensiv in meine Fußstapfen treten werden (lacht). Bereits vor 12 Jahren habe ich das erste Projekt im Kindergarten meiner Tochter gestartet und erst vor kurzem habe ich mit meinem Sohn einen magnetischen Stammbaum gebastelt. Jedenfalls sind beide Kinder interessiert, wenn wir über Familie sprechen, wer die Eltern von wem sind oder wo und wie diese gelebt haben.

Ich selbst beschäftige mich ja bereits seit 25 Jahren mit diesem spannenden Hobby und habe viele Kontakte zu Verwandten und anderen Familienforschern knüpfen können. Man lernt aber bei der Erforschung der eigenen Vergangenheit auch seine Grenzen kennen. Bei den meisten Familienzweigen bin ich über die Zeit der Kirchenbücher nicht hinausgekommen, weil ab dann konkrete Geburtsangaben fehlen. Es sei denn, man ist adeliger Herkunft. Oder man hat – wie in meinem Fall – das Glück, dass bei einer Linie noch Vorfahren über Dokumente zum Hoferbe belegt sind. Auf jeden Fall dürften meine Kinder schon jetzt außergewöhnlich gut über ihre Vorfahren väterlicherseits Bescheid wissen.

Anmerkung: Wenn du zwischen 13 und 18 Jahre alt bist, kannst du  die Dienste (mit Ausnahme der Dienste, die einen DNA-Test erfordern) mit der Erlaubnis deiner Eltern oder deines Erziehungsberechtigten nutzen. Kinder unter 13 Jahren sind nicht berechtigt, die Dienste zu nutzen. Du musst über  18 Jahre alt sein, um einen AncestryDNA-Test kaufen oder aktivieren zu können. Für mehr Informationen dazu, bitte hier klicken.

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