Das Jahr der Krupp-Jubiläen – spannende Funde in den Essener Adressbüchern auf Ancestry.de

  • 17.07.1787: 230. Geburtstag von Friedrich Krupp
  • 14.07.1887: 130. Todestag von Alfred Krupp
  • 30.07.1967: 50. Todestag von Alfried Krupp v. Bohlen und Halbach

Die Firma und Familie Krupp prägte die Geschichte der Stadt Essen wie kaum eine andere. Als der Gründer der Industrie-Dynastie Friedrich Krupp vor 230 Jahren am 17. Juli 1787 zur Welt kam, lebten lediglich 3500 Einwohner in der Stadt. Er und seine Nachfahren sollten einen erheblichen Teil zum Aufbau der Stadt und der steigenden Bevölkerung beitragen. Denn als Alfred Krupp, der Sohn des Gründers, vor 130 Jahren am 14. Juli 1887 starb, war die Kruppsche Gussstahlfabrik bereits zu einem der größten Industrieunternehmen Europas und zum größten Waffenproduzenten seiner Zeit herangewachsen. Die Werksfläche nahm fast ein Drittel der Stadtfläche ein und stellte fast jeden dritten Einwohner in Lohn und Brot. Als der letzte Alleininhaber der Firma, Alfried Krupp von Bohlen und Halbach vor 50 Jahren am 30. Juli 1967 starb, blickte die „Waffenschmiede des Deutschen Reiches“ auf einflussreiche und umstrittene Zeiten während des Ersten und Zweiten Weltkrieges, den Wiederaufbau nach massiven Bombardierungen sowie den Versuch eines Image-Wechsels zurück.

Entdecken Sie mit nur wenigen Klicks die Krupps im Wandel der Zeit

Zahlreiche Jahrgänge umfasst die Sammlung der Essener Adressbücher und bietet Ihnen einen einmaligen Einblick in die Wirtschafts-, Industrie- und Firmengeschichte.  

Im Jahre 1913, kurz vor dem ersten Weltkrieg, ist in der Chronik der Stadt Essen die 1811 gegründete Firma Krupp bereits in der Geschichte fest verankert. Es wird berichtet, dass das Kruppsche Werk „seine ersten großen Triumphe auf den Weltausstellungen von London und Paris 1851 und 1855“ feierte, nach und nach viele Nebenbuhler überflügelte und mit seinen Gussstahlgeschützen den Weltmarkt eroberte. Während des Ersten Weltkriegs stellte Krupp seinen Betrieb weitgehend auf die Rüstungsproduktion um. Die damals modernen Kriegsgeräte führten zu den bis dahin größten Kriegsopferzahlen.

Spätestens nach dem Aufruf Adolf Hitlers an seine Hitler-Jugend 1935, sie solle „hart wir Kruppstahl“ sein, galt die Fabrik als „Waffenschmiede des Deutschen Reiches“ und symbolisierte die industrielle und militärische Macht Deutschlands. Als 1936 in Berlin das NS-Regime die Olympischen Sommerspiele austrug, warb Krupp im Essener Adressbuch jedoch nicht für Waffen, sondern für Lastwagen, Omnibusse und Aussichtswagen sowie für Kommunalfahrzeuge wie Müllwagen und Feuerwehrfahrzeuge aus der weniger bekannten Krupp-Kraftwagenfabrik.

Während des Zweiten Weltkriegs ist 1941 gleich auf der zweiten Seite des Adressbuches ein abgedrucktes Foto zu Ehren der Krupps zu finden. Es zeigt das Denkmal Alfred Krupps am Osteingang der Gussstahlfabrik, dass „1892 von den Werksangehörigen errichtet“ worden war. Seinerzeit war Alfred Krupp (1812-1887) ein angesehener, aber auch umstrittener Selfmademan des 19. Jahrhunderts, der durch seine Waffenlieferungen zum Deutsch-Dänischen Krieg 1864 und zum Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 den Beinamen „Kanonenkönig“ bekam.

 

In dem Adressbuch von 1955 erschien ebenfalls eine ganze Seite über die Firma Krupp. Der Eintrag zeugt von langer Tradition, Wiederaufbau in den Nachkriegsjahren und dem Versuch eines Imagewechsels. Hier heißt es: „Krupp-Arbeit bedeutet seit nahezu 150 Jahren in aller Welt höchste Qualität und Leistung; sie bedeutet zugleich Pionierarbeit auf vielen Gebieten der technischen und industriellen Forschung, Planung und Fertigung. In den Krupp-Werken, den Zweigniederlassungen und Beteiligungsgesellschaften arbeiteten Mitte 1955 wieder 51.800 Menschen.“ 

Seit 1999 führt der Konzern nach einer Fusion den Namen ThyssenKrupp.

 

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