Nicht alle Geheimnisse versanken mit der Titanic am 15. April 1912

Ancestry-Recherchen bringen das Leben von deutschen Titanic-Überlebenden ans Licht

106 Jahre nachdem das knapp 270 Meter lange Schiff an jenem verhängnisvollen Tag sank, können einige der faszinierenden Rätsel der Titanic durch die auf Ancestry digitalisierten Sammlungen aufgedeckt werden. Darin sind spannende Details und Informationen über die Passagiere und die Besatzungsmitglieder, darunter einige Deutsche, enthalten, die an Bord des verunglückten Schiffes waren. Hier erfährt man

  • die Namen, das Alter und die Berufe derjenigen, die eines der Tickets der unheilvollen Jungfernfahrt gekauft haben.
  • Informationen zu den Personen, die ihr Leben verloren haben und ihre tragische Geschichte nicht mehr erzählen können.
  • Möglicherweise eigene Verbindungen zu der berühmtesten Schiffskatastrophe der Geschichte.

Die Passagiere

Alles begann am Mittwochmittag, den 10. April 1912, in Southampton. Das derzeit größte Schiff der Welt verließ für seine Jungfernfahrt nach New York den Hafen. Heute kann man auf Ancestry die Passagierlisten der in Southampton an Bord gegangenen Personen entdecken, sowie die derjenigen, die bei den Zwischenstopps im französischen Cherbourg und im irischen Queenstown das Schiff verließen und so der Katastrophe entkamen.

Die Besatzung

Neben den rund 1.300 Passagieren finden sich auf Ancestry auch zahlreiche Informationen über die etwa 900 Personen starke Besatzung und deren Schicksal.

Unter der Nummer 27 ist der Ausgucker Frederik Fleet zu finden, der gegen 23:40 Uhr den Eisberg sichtete, dreimal die Alarmglocke läutete und telefonisch die Brücke informierte. Nur zwei Stunden und vierzig Minuten blieben den Personen an Bord, bis die Titanic auf der geographischen Position 41° 43′ 55“ Nord, 49° 56′ 45“ West gegen 2:20 Uhr morgens auf den 3.700 Meter tiefen Boden des Ozeans sank.

Die Opfer des Schiffsunglücks

Zwischen 1.490 und 1.517 Personen riss die Titanic bei ihrem Untergang in den Tod. Viele von ihnen wurden nie gefunden und gelten bis heute als verschollen. Einige der Geborgenen fanden ihre letzte Ruhestätte auf dem Fairview-Friedhof in Halifax in Kanada.

Die Liste der auf See Verstorbenen beinhaltet auch jene, die nie gefunden werden konnten. Unter den Verschollen und auf See Verstorbenen ist auch der erfahrene Kapitän der Titanic Edward J. Smith dokumentiert. Er kam am 27. Januar 1850 in der englischen Ortschaft Hanley in Staffordshire zur Welt. Im Alter von 37 Jahren heiratete er Sarah Eleanor Pennington und bekam mit ihr 1898 ihre einzige Tochter Helen Melville. Nur ein Jahr vor dem Unglück ist der Kapitän in der englischen Volkszählung 1911 zusammen mit seiner Frau und seiner Tochter zu finden.

Die Überlebenden des Schiffsunglücks

Diejenigen, die einen Platz in einem Rettungsboot ergattern konnten, mussten noch über anderthalb Stunden in der Eiseskälte ausharren bis das Passagierschiff Carpathia gegen 4:00 Uhr die Unglücksstelle erreichte und die Überlebenden an Bord nahm.

In der Liste der Überlebenden erfährt man mehr über die 700 Überlebenden, die am Donnerstagabend, den 18. April bei strömendem Regen den Hafen von New York erreichten und von tausenden Menschen sehnsüchtig in Empfang genommen wurden.

Deutsche an Bord der Titanic

An Bord befanden sich mindestens 17 Personen mit deutschen Wurzeln. Elf von ihnen als Passagiere und sechs als Besatzungsmitglieder.

Unter den deutschen Passagieren befand sich die am 26. August 1876 in Königsberg geborene Amalie Henriette Gieger, die als Zofe arbeitete und auf dem Rettungsbot Nummer 4 zusammen mit ihrer Arbeitgeberin überlebte. Erstaunlich ist, dass sie nach diesem Unglück – wie auf Ancestry nachvollziehbar wird – noch zahlreiche weitere Transatlantik-Passagen und Seereisen absolvierte, bis sie 1933 in New York starb.

Bertha Antonie Marie, auch Antoinette Flegenheim genannt, geborene Wendt, kam am 11. Mai 1863 in Himmelpfort bei Berlin zur Welt. Nach einer Europareise bestieg die Witwe in Cherbourg die Titanic und reiste in der ersten Klasse. Sie wurde mit dem Rettungsbot Nummer 7 zur Carpathia gebracht. Nur etwas über zwei Monate nach der Rettung heirate sie am 20. Juni 1912 den Engländer Paul Elliott Whitehurst in Buffalo. Ihr bewegtes Leben endete am 8. April 1943 in Frankfurt am Main.

 Luise Kink, geb. Heilmann, kam am 21. März 1886 als Tochter des Tagelöhners Georg Adam Heimann und seiner Ehefrau Catharina Engel im württembergischem Enzberg zur Welt. Knapp einen Monat vor ihrer Hochzeit mit dem Österreicher Anton Kink wurde ihre Tochter Luise 1908 geboren. Sie reisten in der 3. Klasse. Bei der Evakuierung des Schiffes kamen Mutter und Tochter ins Rettungsbot Nummer 2. Getreu dem Motto „Frauen und Kinder zuerst“ durfte der Familienvater nicht mit ins Boot, doch er sprang beim Anlegen beherzt mit hinein.

 

 

Franz Alfred Daniel Maximilian Theisinger arbeitete an Bord als Kabinensteward. Nachdem er anderen bei der Evakuierung geholfen hatte, bestieg er zusammen mit anderen Stewards das Rettungsbot Nummer 11. Der am 12. Oktober 1865 in Dorn-Dürkheim geborene Sohn eines Frankfurter Uhrmachers starb am 6. August 1949 in Hungen als Schlossverwalter.

 Titanic-Sammlungen auf Ancestry:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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